10 Tipps für achtsamen Umgang mit Mitarbeitern

10 Tipps für einen achtsamen Umgang mit Ihren Mitarbeitern!

10 Tipps für einen achtsamen Umgang mit Ihren Mitarbeitern!

Wie können Sie einen achtsamen Umgang mit Ihren Mitarbeitern pflegen? Beantworten Sie für sich die folgenden zehn Fragen. Können Sie alle zehn mit “JA” beantworten? Prima! Dann gehen Sie sehr achtsam mit Ihren Mitarbeitern im Team um – und das schlägt sich sicher im Teamklima nieder. Waren Fragen dabei, die Sie nicht uneingeschränkt mit “JA” beantworten können? Nicht schlimm! Dann schauen Sie sich die Tipps dazu an und gehen Sie an die Umsetzung. Je achtsamer Sie mit Ihren Mitarbeitern umgehen, umso besser wird das Arbeitsklima und die Motivation Ihres Teams sein.

Hier kommen die Fragen: 

  • Meine Mitarbeiter sprechen mich zuerst an, wenn sie unzufrieden sind.
  • Ich kümmere mich um ein gutes Ansehen meiner Mitarbeiter im Unternehmen.
  • Die Fluktuation in meiner Abteilung ist niedrig, die Mitarbeiter arbeiten langjährig im Unternehmen.
  • Ich halte meine Versprechen meinen Mitarbeiter gegenüber immer ein.
  • Positive Stimmung in meiner Abteilung ist ein wesentlicher Aspekt für produktives Arbeiten.
  • Vorschläge der Mitarbeiter versuche ich konstruktiv anzugehen.
  • Auch für private Probleme habe ich ein offenes Ohr.
  • Persönliche Daten (z.B. Jubiläen, Geburtstage, etc.) meiner Mitarbeiter kenne ich und würdige diese entsprechend.
  • Meine Mitarbeiter genießen mein volles Vertrauen.
  • Offene Gespräche mit den Mitarbeitern finden eher statt als Gerüchte und Tuscheleien.

10 Tipps für den achtsamen Umgang mit Ihren Mitarbeitern: 

Schauen Sie sich die Tipps zu den Fragen an, die Sie nicht uneingeschränkt mit JA beantwortet haben und probieren Sie die Umsetzung.

1. Meine Mitarbeiter sprechen mich zuerst an, wenn sie unzufrieden sind. 

Sind Ihre Mitarbeiter mit irgendetwas unzufrieden, wirkt sich das auf Ihre Arbeit und auf das Teamklima aus. Sie werden früher oder später ihre Unzufriedenheit kundtun. Entweder bei den Kollegen in und außerhalb der Abteilung oder weitergehend beim Betriebsrat, der Personalabteilung. Nimmt die Unzufriedenheit diesen Weg, dann werden Sie sich dem ganz anders stellen müssen, als wenn Sie das innerhalb Ihres Teams regeln können.

Was können Sie tun?

Bei der Übernahme einer Führungsposition kann es sein, dass nicht jeder Mitarbeiter aus Ihrem Team vom ersten Tag an zu Ihnen kommt, wenn etwas nicht gefällt. Schließlich braucht es für solche Themen etwas Vertrauen zueinander. Vertrauen lässt sich jedoch nicht erzwingen, es braucht Zeit zu wachsen. Achten Sie darauf für Ihre Mitarbeiter ein offenes Ohr zu haben und Ihnen Gespräche anzubieten. Wenn Sie zu einem Mitarbeiter mehr Vertrauen aufbauen möchten, dann gelingt es über Gespräche. Nimmt der Mitarbeiter Ihr Angebot zum Gespräch nicht von sich aus an, dann laden Sie ihn ein. Sprechen Sie mit ihm über seine Arbeit, seine Ziele, seine Ideen Dinge in der Abteilung zu verbessern. So lernt er Sie besser kennen und kann Sie besser einschätzen. Mit der Zeit wächst dann auch das Vertrauen in Sie.

2. Ich kümmere mich um ein gutes Ansehen meiner Mitarbeiter im Unternehmen. 

Oft beklagen sich Teamleiter in meinen Workshops darüber, dass andere Abteilungen oder Chefs nicht sehen und wertschätzen was sie und Ihr Team tun. Wie können Sie Wertschätzung erwarten, wenn tatsächlich keiner weiß was Sie tun? Die meisten Konflikte zwischen Abteilungen rühren daher, dass der eine vom anderen nicht weiß was er tut. Treffen verschiedene Abteilungen in einem Workshop zusammen, werden auf einmal so Äußerungen wie: „Ach, das macht ihr auch? Hut ab!“ laut.

Kennen Sie den Spruch: „Ach, die da drüben!“? Den höre ich in Workshops auch öfter. Da wird nicht von „Kollegen aus Abteilung x“ gesprochen, sondern von „denen da“. Für mich hört sich das ganz schön abwertend an.

Was können Sie tun? 

Sprechen Sie mit anderen Abteilungen über die Projekte und Aufgaben, die Ihr Team erledigt, wann immer es geht. Laden Sie andere Kollegen ein, sich ein Bild vor Ort zu machen. Achten Sie speziell an Schnittstellen zu anderen Abteilungen auf einen guten und sauberen Informationsfluss. Bringen Sie Leute aus Ihrem Team in abteilungsübergreifenden Projekten unter. Stellen Sie sich bei Angriffen vor Ihr Team und stärken Sie ihm jederzeit den Rücken.

Zeigen Sie sich als „Sprecherin“ Ihres Teams, schaffen Sie Transparenz im Unternehmen darüber, was Ihr Team an Aufgaben erledigt.

3. Die Fluktuation in meiner Abteilung ist niedrig, die Mitarbeiter arbeiten langjährig im Unternehmen. 

Eine niedrige Fluktuation ist immer ein gutes Zeichen. Sie bedeutet, dass Ihre Mitarbeiter gerne bei Ihnen und Ihrem Arbeitgeber arbeiten.

Was können Sie tun, wenn es nicht so ist? 

Sollte es bei Ihnen eine hohe Fluktuation geben, finden Sie unbedingt heraus, woran es liegt. Das ist wichtig! Manchmal sind es die Umstände bei Ihrem Arbeitgeber, manchmal liegt es an der Arbeit selbst. Stellen Sie sicher, dass es nicht an Ihnen liegt. Das macht die Situation insgesamt nicht besser, doch für Ihren Start in eine Führungsposition ist es wichtig für Ihre eigene Sicherheit. Übrigens habe ich in all den Jahren ein seltsames Phänomen beobachtet: In langjährig eingespielten Teams geht ein Kollege weg. Dann wankt auf einmal das ganze Team und verändert sich komplett. Das heißt nicht, dass es an dem Ersten lag, der ging, sondern diese Veränderung verändert auch bei den Kollegen etwas. Die eingespielte Routine endet und bringt Unruhe. Viele probieren dann auch aus, ob der Arbeitsmarkt für sie noch etwas anderes zu bieten hat. Also sollte es bei Ihnen so sein, ruhig Blut. Als Teamleitung ein neues Team zusammenzubringen ist eine wunderschöne Sache!

Finden Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Grund für eine hohe Fluktuation heraus und überlegen Sie sich, wie Sie am besten ein neues Team zusammenbringen.

4. Ich halte meine Versprechen meinen Mitarbeiter gegenüber immer ein. 

„Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen.“ Diese Aussage kennen viele von uns aus Kindertagen. Damit haben wir häufig schon versucht unsere Eltern unter Druck zu setzen. Erinnern Sie sich an Ihre Enttäuschung, wenn das Versprechen nicht eingehalten wurde?

Was können Sie tun, um Ihre Mitarbeiter nicht zu enttäuschen? 

Bitte achten Sie darauf Ihre Versprechen einzuhalten. Die kleinen Nebensätze: „Ja, ich schaue mal nach.“ – „Ich kümmere mich darum.“ sind für Ihre Mitarbeiter ebenfalls gegebene Versprechen. Wenn diese dann nicht eingehalten werden und keine Rückmeldung mehr kommt, sind Ihre Mitarbeiter enttäuscht und verlieren das Vertrauen in Sie. Achten Sie genau darauf, dass Ihnen solche Sätze nicht aus Versehen entschlüpfen und Sie dann hoffen: „Hoffentlich fragt keiner mehr nach!“ Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ein Versprechen halten können, dann versprechen Sie besser nichts.

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5. Positive Stimmung in meiner Abteilung ist ein wesentlicher Aspekt für produktives Arbeiten. 

Eine positive Arbeitsstimmung lässt die Arbeiten viel leichter von der Hand gehen, die Mitarbeiter sind effektiver und zufriedener. Dadurch erreichen Sie auch Ihre Abteilungsziele einfacher.

Was können Sie tun, wenn Konflikte die Stimmung trüben? 

Ist es ein genereller Konflikt, der das ganze Team betrifft, sprechen Sie mit Ihrem Team darüber und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Ist es ein Konflikt zwischen zwei Mitarbeitern, der sich auf alle auswirkt, dann wirken Sie als Puffer. Suchen Sie das Gespräch zu dritt und bringen Sie die beiden Kontrahenten dazu eine gemeinsame Lösung zu finden, damit wieder Ruhe einkehrt. Sie können in diesem Fall auch gerne einen Mediator (unbeteiligte Person) beauftragen das Gespräch mit den beiden zu führen. Behalten Sie unbedingt die getroffene Vereinbarung im Auge, dann fühlen sich Ihre Mitarbeiter auch ernst genommen und begleitet.

6. Vorschläge der Mitarbeiter versuche ich konstruktiv anzugehen. 

Vorschläge, die von Mitarbeitern kommen, sind meist sehr praxisnah und beschäftigen sich mit Lösungen von Problemen am Arbeitsplatz. Wenn Sie diese zu schnell abschmettern, dann hinterlässt es Frust bei Ihrem Mitarbeiter. Passiert ihm das mehrmals, dann wird er sich nicht mehr mit Lösungen und Vorschlägen beschäftigen. Sie verlieren einen Ideengeber.

Wie gehen Sie richtig mit Vorschlägen um? 

Stärken Sie Ihre Mitarbeiter, indem Sie die Vorschläge wertfrei aufnehmen und dann erst prüfen, ob diese umsetzbar sind. Wenn ja, machen Sie gemeinsam mit dem Mitarbeiter was draus. Wenn nein, geben Sie bitte dem Mitarbeiter eine klare Rückmeldung, aus welchem Grund der Vorschlag nicht umsetzbar ist. Achten Sie auf jeden Fall das Sie eine Rückmeldung geben. Kommt diese nicht, verlieren Ihre Mitarbeiter die Lust Vorschläge zu machen und die Innovation bleibt auf der Strecke.

7. Auch für private Probleme habe ich ein offenes Ohr. 

Viele Menschen können Beruf und Arbeit nicht sauber voneinander trennen. Das eine beeinflusst das andere und so mancher nimmt seinen privaten Frust mit auf die Arbeit oder die Arbeit abends mit nach Hause. So brauchen einige das Verständnis / eine Möglichkeit, auch auf der Arbeit über ihren privaten Frust zu sprechen. Speziell, wenn dieser die Arbeitsleistung bremst oder sonst wie beeinträchtigt.

Was können Sie tun? 

Der Spruch: „Lassen Sie Ihre privaten Probleme bitte zu Hause.“, ist an dieser Stelle nicht hilfreich. Wie gerne würden die Betroffenen das tun! Doch offensichtlich bekommen sie das nicht hin. Bieten Sie den Betroffenen ein offenes Ohr an, doch Sie legen den Zeitpunkt und die Dauer fest. Fragen Sie, wie Sie Ihren Mitarbeiter unterstützen können, machen Sie aber auch klar, dass die privaten Probleme nicht den Arbeitsalltag beeinflussen dürfen. Trennen Sie im Gespräch ganz klar, dass Sie die privaten Probleme als Kollegin anhören, sie aber als Vorgesetzte daraus keine Privilegien zulassen können.

8. Persönliche Daten meiner Mitarbeiter kenne ich und würdige diese entsprechend. 

Das Gratulieren zum Geburtstag oder zu anderen Jubiläen ist eine gute Möglichkeit Ihren Mitarbeitern Anerkennung zu zollen. Eine einfache und doch sehr wirkungsvolle Motivation, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Worauf sollten Sie achten? 

Wenn Sie, so wie ich, nicht gut darin sind sich Geburtstage zu merken, dann überlegen Sie sich am besten ein gutes System oder suchen sich jemanden, der diese Aufgabe für Sie im Auge behält. Überlegen Sie sich Kleinigkeiten, die Ihrem Team zum Geburtstag Freude machen und die Sie gerne überreichen. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die Daten von ALLEN Mitarbeitern berücksichtigen – sonst geht der Schuss schnell nach hinten los. Wenn Sie einen Geburtstag vergessen (weil Sie im Urlaub sind oder auf einer Tagung waren), ist der Mitarbeiter enttäuscht und fühlt sich als einziger ausgeschlossen. Das ist nicht gut. Also, wenn Sie etwas in der Richtung einführen, entweder für alle oder keinen.

9. Meine Mitarbeiter genießen mein volles Vertrauen. 

Fehlt Ihnen das Vertrauen in Ihre Mitarbeiter, werden Sie aus dem „Für andere Denken“ und kontrollieren nicht mehr rauskommen. Sie werden zusätzlich zu Ihrer Arbeit jeden Schritt Ihrer Mitarbeiter überwachen müssen und Sie können sich vorstellen, das ist nicht zu schaffen.

Was können Sie tun? 

Zum Start in eine neue Vorgesetztenposition verdienen Ihre Mitarbeiter erst mal einen Vertrauensvorschuss. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Mitarbeiter wissen was ihre Aufgaben sind und dass sie diese auch erledigen. Im Lauf der ersten Wochen / Monate werden Sie schnell feststellen, was Sie den einzelnen Mitarbeitern an Eigenständigkeit zutrauen können.

Was tun, wenn Ihr Vertrauen enttäuscht wird? 

Wenn Ihr Vertrauensvorschuss von einem Mitarbeiter enttäuscht wurde, weiten Sie es nicht automatisch auf das ganze Team aus. Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter, dass Sie enttäuscht sind und sagen Sie ihm vor allem warum das so ist. Dann informieren Sie ihn, dass dieser Fall Ihnen keine andere Möglichkeit lässt, als den Mitarbeiter engmaschiger zu kontrollieren. Legen Sie gemeinsam das Zeitraster fest in dem Sie zukünftig Rückmeldung erwarten und halten Sie das auf jeden Fall nach.

10. Offene Gespräche mit den Mitarbeitern finden eher statt als Gerüchte und Tuscheleien. 

In einem funktionierenden Team werden Probleme und Konflikte direkt angesprochen und können schneller bereinigt werden. So werden aus Mäusen keine Elefanten und jeder kann auf den anderen vertrauen. Gerüchte und Tuscheleien sind nicht fein und leider trotzdem häufig an der Tagesordnung. Mich überrascht immer wieder aufs Neue, wie ausgesprochen gut so ein Flurfunk funktioniert.

Was können Sie tun? 

Die offenen Gespräche basieren natürlich auf einem guten Vertrauensverhältnis untereinander. Das können Sie nicht einfordern, das wächst mit der Zeit. Damit es in einem neuen Team gut wachsen kann, sind immer wieder offene Gespräche in der Teamrunde wichtig. Sprechen Sie Gerüchte und Tuscheleien an, die Ihnen zu Ohren gekommen sind (Achtung, natürlich nicht sagen von wem) und fordern Sie Ideen und Lösungen ein. Sollten Sie einmal zu spät reagieren und aus den Tuscheleien sind Teamkonflikte entstanden, dann scheuen Sie sich nicht in einem geleiteten Teamworkshop diese aus der Welt zu räumen. Erwarten Sie nie, dass sich Konflikte von allein in Luft auflösen. Selbst wenn das Tuch des Vergessens darüber gebreitet wird, etwas bleibt immer hängen und kann Ihnen auch in Zukunft immer wieder hochkochen und die Stimmung stören.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung! 

Sie haben Fragen oder Anregungen? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar unter dem Beitrag oder schreiben Sie mir: hallo@kirsch-komm.de.

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