Du musst authentisch sein – los sei es! Jetzt!

Du musst authentisch sein – los sei es -Jetzt

#HaltungRockt – Anna Koschinski von Entspannt & zielgerichtet Bloggen ruft auf zur Blogparade: Haltung, Werte und Wirkung im Business. Hier kommt mein Beitrag dazu!

Du musst authentisch sein – los sei es! Jetzt! 

Wo ich zurzeit hinsehe und hinhöre begegnet mir der Spruch: „Du musst authentisch sein“. Egal was du auch tust – Hauptsache du bist authentisch! Authentisch sein hat für mich mit innerer Haltung und Klarheit zu tun. Doch wie soll ich authentisch sein in einer Situation, die neu für mich ist? Dieser Frage spüre ich heute nach…

Als Trainerin und Coach begleite ich Frauen, die in Führungspositionen einsteigen. In vielen Fällen rutschen die Frauen in eine Vorgesetzten-Position und vom Arbeitgeber wird erwartet, dass „alles läuft“. So und nun machen Sie mal.

Da stehen Sie nun – sollen Ihre bisherigen Arbeiten machen, zusätzlich neue Aufgaben (die zu einer Führungskraft gehören) erfüllen und das bisschen Mitarbeiterführung (auch Neuland für Sie) nebenher erledigen. Und jetzt immer schön authentisch bleiben bei allem was auf Sie einprasselt!

So war es bei mir mit dem “authentisch sein”: 

Als ich mit Anfang 20 in die erste Führungsposition ging, war ich in meinem Job sehr gut und habe mich auf die zusätzlichen neuen fachlichen Aufgaben gestürzt. „Mitarbeiterführung? Wieso? Wenn sie alles so machen, wie ich es Ihnen sage, dann ist doch alles gut.“ Mehr ist für mich da nicht zu tun. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass ich eine sehr hohe Erwartungshaltung an mich selbst hatte, was die Erledigung von Aufgaben anging. Es ging schon in Richtung Perfektionismus… Und diese Haltung habe ich auf mein Team übertragen – ich kam gar nicht auf die Idee, dass es anders funktionieren könnte. Dass meine ehemaligen Kollegen, inzwischen Mitarbeiter, meine Erwartungshaltung nicht erfüllen konnten, ist klar, oder? Es lief also nicht reibungslos mit meinem Team – was sollte ich tun?

Können Sie authentisch sein ohne Erfahrung in einer neuen Position? 

Was machen Sie in so einem Fall? Sie tun das, was Sie Ihr ganzes Leben tun – Sie orientieren sich an anderen, an Vorbildern. An Vorgesetzten, mit denen Sie selbst zu tun hatten. Und da Sie nichts anderes kennen, denken Sie, dass Führung halt so geht wie Sie es bisher erlebt haben. Mit ein bisschen Glück hatten Sie bisher Vorgesetzte, die ihr Handwerk verstanden – dann haben Sie viele positive Beispiele selbst erlebt, die Ihnen heute weiterhelfen.

Seltsamerweise hatte ich damals in meinem jungen Leben nur recht autoritäre Vorgesetzte vorzuweisen. (In meiner Ausbildung war ich auch keine Azubi, sondern ein Stift. Ich glaube, so nannte man Azubis im Handwerk vor ungefähr 100 Jahren.)

Passt die Haltung Ihrer Vorbilder zu Ihrer eigenen? 

Sie agieren also so, wie Ihre Vorbilder es taten. Doch das passt vielleicht gar nicht zu Ihnen? Zu Ihrer Haltung, zu Ihren Werten. Und so wird es sehr anstrengend für Sie.

In meinem damaligen Berufszweig war Arbeitskleidung Vorschrift. Eine sehr praktische Sache. Jedes Mal beim Umziehen von privater in Berufskleidung zog ich mir eine Rolle an. Ich habe so agiert, wie ich dachte, dass man es von mir als Führungskraft erwartet. Das hat ein bisschen was mit Schauspielern zu tun. Übrigens, unbewusst. Dass ich so handelte, kam mir erst in den Sinn als ich mit Mitarbeitern auch mal privat unterwegs war und der Spruch kam: „Also privat bist du ja ganz anders als auf der Arbeit.“ Da erst kam ich drauf, dass ich zwei Rollen lebte. Die Private und die Berufliche. Ich fing an, mich damit auseinanderzusetzen, dass es doch nicht falsch sein kann, sowohl privat als auch beruflich die gleiche Anette zu sein. Erst da begann ich meiner inneren Haltung nachzuspüren und langsam meine beiden Rollen zu verschmelzen. Lassen Sie sich gesagt sein, das ging nicht über Nacht. Zumal sich viele Verhaltensweisen in der Arbeit bereits gefestigt hatten und Routine geworden waren.

Wie geht „authentisch sein“? 

Ich fing an, mich mit Mitarbeiterführung zu beschäftigen. Mit zwischenmenschlicher Kommunikation – verbal und nonverbal. Mit unterschiedlichen Denk- und Verhaltensstilen. Mit Führungsstilen. Denn erst, wenn ich verschiedene Handlungsoptionen kenne, kann ich mir die raussuchen die zu MIR passt und stülpe mir nicht die einzige, die ich kennengelernt habe, über. Egal, ob sie passt oder nicht.

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Was heißt „authentisch sein“ heute für mich? 

Im Laufe der unterschiedlichen Führungspositionen sind meine Zwiespalten zusammengewachsen. Meine Haltung andere wertzuschätzen, sie an die Hand zu nehmen und in Ihrer Arbeit zu fördern und zu führen hat mich dahin gebracht zu sagen: „Ich bin wie ich bin und das ist gut so.“ Die Aussage einer Mitarbeiterin zu meinem Abschied: „Am Anfang haben wir dich gehasst bis aufs Blut – jetzt ist es Schade, dass du gehst.“ bringt es auf den Punkt.

Im Laufe der Zeit hat sich meine heutige Haltung entwickelt: 
  • Ich halte nichts vom Business-Speech, weil es in der Branche so üblich ist – ich mag klare An- und Aussagen!
  • Ich halte nichts von immer nur reden, reden, reden – ich liebe die Hands-On Mentalität, ich möchte TUN!
  • Ich halte nichts von „Man macht das so“ – ich suche nach Handlungsalternativen, wenn etwas nicht zu mir passt!
  • Ich halte nichts davon, dass alle gleich agieren /arbeiten müssen – ich lasse jedem seinen Freiraum (Jedem Tierchen sein Pläsierchen 😊)!
  • Ich halte nichts davon in Problemen zu schwelgen – ich suche Lösungen!
  • Ich halte nichts davon 5-mal, um den Pudding zu quatschen – ich mag es direkt und ehrlich!

Meine Empfehlung aus meinen Erfahrungen an Sie 

Seien Sie sich sicher: Ein „so geht Mitarbeiterführung“ gibt es nicht! Als Vorgesetzte legen SIE die Leitplanken für Ihr Team fest. Wenn Sie am Anfang Ihrer neuen Position stehen, dann nehmen Sie sich Zeit für sich. Beschäftigen Sie sich mit folgenden Fragen:

Welche Werte sind MIR wichtig? 

Schaffen Sie innere Klarheit über Ihre eigenen Werte. (Falls Sie noch keine genaue Idee zu Ihren Werten haben, eine Liste gibt es hier: https://www.wertesysteme.de/alle-werte-definitionen/)

Schauen Sie, ob Sie Vorbilder erlebt haben, die Ihre Werte vertreten haben und WIE sie das gemacht haben.

Erkennen Sie Beispiele, die Sie übernehmen können und wollen? Wenn Sie kein passendes Vorbild / passende Situation finden, dann malen Sie sich aus, wie Sie Ihren Wert in den zukünftigen Vorgesetzten – Alltag umsetzen. Was muss passieren, was darf nicht passieren? Was tun Sie, wenn es doch passiert?

Wie möchte ICH mein Team führen? 

Was ist Ihnen wichtig in der Zusammenarbeit mit Ihrem Team? Was erwarten Sie von Ihrem Team? In Bezug auf:

  • Gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit?
  • Kollegialität, Grenzen und Regeln?
  • Umgang mit Konflikten

Im Gegenzug erzählen Sie Ihrem Team auch, was es von Ihnen erwarten kann. In Bezug auf:

  • Unterstützung von Ihnen
  • Förderung und Forderungen von Ihnen
  • Vertrauen und “offene Türen / Ohren”

Sobald Sie Ihre innere Klarheit und Haltung geklärt und Ihrem Team mitgeteilt haben (eine Vorlage für Ihre Antrittsrede können Sie unten anfordern) – dann können Sie authentisch sein, nämlich sich an Ihre Werte halten. Ihr Team weiß, was Sie erwarten und was es von Ihnen erwarten kann. So werden Sie für Ihr Team greifbar und berechenbar und Ihrem „authentisch sein“ steht nichts mehr im Weg!

Viel Erfolg!

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So vergessen Sie keine wichtigen Punkte und stellen Ihrem Team Ihre Spielregeln und Leitplanken vor und vermeiden Missverständnisse!

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5 Comments

    Werte und Haltung beim Bloggen: Warum sie in deine Texte gehören

    […] Du musst authentisch sein – los sei es! Jetzt! […]

    Anna Koschinski

    Liebe Anette,

    danke für diesen Artikel, der mir wieder einmal zeigt, dass ich die richtigen Menschen in meiner “bubble” habe. Alle haben unterschiedliche Themen, aber die Basis-Einstellungen stimmen einfach. Und ja, dieses “eine Rolle anziehen” kenne ich auch. Ich war zwar nie Führungskraft, aber ich leite natürlich meine Gruppen in Trainings und Workshops an. Die Teilnehmer merken auch sofort, wenn etwas nicht stimmt. Und das passiert, wenn man nicht bei sich ist, sondern etwas nachmacht, das man bei anderen gesehen hat. Ich sehe es wie du: Abschauen ja, aber nicht etwas tun, weil man denkt, das müsse so sein. Und immer wieder klare Kommunikation – da sind wir uns ähnlich.

    Schön, dass du bei meiner Blogparade dabei bist!

    Liebe Grüße
    Anna

      Anette K-K

      Vielen Dank, Anna, für deine liebe Rückmeldung!
      Grüße, Anette

    Frauke Schramm

    Danke für diese klaren Worte, liebe Anette! Ich hatte das Riesenglück, sehr früh in meiner Führungsposition eine Schulung zu bekommen. Nie werde ich meine Erleichterung vergessen, als die Trainerin sagte “Jeder führt auf seine Weise – und versuchen Sie gar nicht erst, “anders” zu führen, nur weil “man” das angeblich so macht.”

    Uff. Ab diesem Moment wurde ich deutlich sicherer, nachgiebiger mit mir selbst und neugieriger auf die Individuen, die ich da so in meinem Team hatte 🙂

    liebe Grüße, Frauke

      Anette K-K

      Lieben Dank, Frauke, für deine Bestätigung!
      Ich erlebe die gleiche Erleichterung bei meinen Teilnehmerinnen und bin dankbar dafür.
      Denn, wie du schon schreibst, es nimmt oft sehr viel Druck aus der neuen Position, wenn ich weiß, dass ich nicht wie “man” führen muss (und dann vielleicht auch noch autoritär!)
      Leider haben nicht alle “frischen” Führungskräfte das Glück, gleich anfangs an einer Schulung teilnehmen zu dürfen, um ihren eigenen Weg zu finden.
      Ich freue mich, dass es bei dir anders war!
      Liebe Grüße
      Anette

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