KONFLIKTE MIT EINER GRUPPE

Tipps wie Sie Konflikte mit Mitarbeitern lösen
Immer da wo Menschen aufeinandertreffen, miteinander arbeiten und kommunizieren kann es zu Missverständnissen kommen. Nicht geklärte Missverständnisse können sich zu Konflikten auswachsen und letztendlich eskalieren. Um Konflikte mit Kollegen und Mitarbeitern zu lösen gibt es hier ein paar Tipps.

So ist es mir mit einem Konflikt in meinem Team ergangen:

Einen Konflikt mit einer ganzen Gruppe zu haben ist nicht einfach. Ich hatte dieses (zweifelhafte) Vergnügen in der Vergangenheit, als ich meinen Job wechselte und als Abteilungsleiterin ein bestehendes Team übernahm. Mein Pech war, dass meine Vorgängerin so ganz anders war als ich. Sie hatte immer gerne alle Zügel in der Hand und traf alle Entscheidungen für das Team. Ich hingegen war es gewohnt mit einem selbständig denkenden Team zusammenzuarbeiten. Zwei Welten prallten aufeinander und bis ich mein Team zu einer selbstbestimmten, verantwortungsvollen und entscheidungsfreudigen Gruppe zusammengeschweißt hatte verging eine, für mich, sehr harte und qualvolle Zeit. Mauern, blocken und Front gegen mich war an der Tagesordnung. Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ich wieder mit einem guten Gefühl zur Arbeit ging.

Falls Sie auch einmal in so einer Situation sind – hier kommen ein paar Tipps wie Sie diesen Konflikt lösen können:

Analyse der Gegenpartei

Sie stehen in einem Konflikt mit einer Gruppe? Dann ist diese strategische Vorarbeit besonders wichtig. Da Sie fast nie von einer einheitlichen Meinung dieser Gruppe ausgehen können, sollten Sie diese hinsichtlich ihrer Struktur und Rollenverteilung gut analysieren. Die Beantwortung folgender Fragen hilft Ihnen, sich ein genaueres Bild zu verschaffen:

1. Wer ist der Entscheider der Gruppe?

Der Entscheider ist oft nicht die Person, die als Verhandler, Sprecher oder Wortführer der Gruppe auftritt. Identifizieren Sie den Entscheider – dann können Sie ihn direkt ansprechen und von Ihren Argumenten überzeugen. Die jeweils richtige Person anzusprechen, kann bei der Bearbeitung eines Konflikts von enormer Bedeutung sein.

2. Wer ist der Meinungsbildner?

Diese Frage ist in einem Konflikt dann von Bedeutung, wenn der offizielle Entscheider der Gruppe sich als schwache Persönlichkeit darstellt. Die Meinungsbildung geht in diesem Fall also von jemand anderem aus. Ihre Argumente müssen zuerst ihn überzeugen, wenn Sie erfolgreich in der Konfliktlösung sein wollen.

3. Wo liegt die Schwachstelle?

Jede Gruppe hat ihre Schwachstelle, die häufig durch interne Machtkämpfe, Kompetenzgerangel oder Zu– und Abneigungen ausgelöst wird. Stellen Sie sich die Frage, ob es jemanden in der Gruppe gibt, der Ihren Zielen zugänglicher sein könnte. Welche Gegenleistung haben Sie im Gegenzug dazu anzubieten? Achtung; bedenken Sie auch, dass Sie ebenfalls solche Schwachstellen besitzen.

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Klare Botschaften mit Signalwirkung formulieren

Die Kommunikation zwischen den beiden Konfliktparteien ist ein wesentliches Mittel zur Lösung. Wer die Konfliktbearbeitung vorantreiben möchte, muss deshalb klare Botschaften und Signale an die Gegenseite richten.
Die drei wichtigsten Elemente, die in den Botschaften der Kontrahenten eines Konflikts enthalten sein sollten, um zu einer erfolgreichen Konfliktlösung zu kommen:

  • Forderung
  • Drohung
  • Angebot

1. Forderung

Hier formulieren Sie, was Sie vom anderen wollen, was er tun oder in Zukunft unterlassen soll. Ebenso setzen Sie den Zeitpunkt fest, bis wann Sie die Erfüllung der Forderung erwarten. Eventuell begründen Sie, woher Sie das Recht haben diese Forderung zu stellen.
Ihre Forderung setzt sich somit aus den folgenden Elementen zusammen:

  • Inhalt
  • Termin
  • Begründung

2. Drohung

Drohungen zeigen der anderen Seite was passiert, wenn sie auf die gestellten Forderungen nicht eingeht. Damit zeigen Sie eigene Stärke und die eigene Entschlusskraft, sich mit den Forderungen durchzusetzen. Achten Sie darauf, dass Sie nie etwas androhen, was Sie nicht durchsetzen können! Außerdem sollte Ihre Drohung immer eine Erklärung beinhalten, aus der die Gegenseite erkennen kann, was Ihnen das Recht und die Macht gibt, diese Drohung auszusprechen und notfalls auch wahr zu machen.
Ihre Drohung setzt sich somit aus zwei Teilen zusammen:

  • Inhalt
  • Erklärung zur Legitimation und Macht

3. Angebot

In Ihrem Angebot zeigen Sie auf, was Sie zu tun oder zu lassen gedenken, wenn sich die Gegenseite zu einer kooperativen Haltung bereit erklärt. Erzählen Sie auch hier, weshalb Sie dazu ermächtigt sind, ein solches Angebot abzugeben. Das Angebot kann auch die eigene Kompromissbereitschaft zeigen.
Ihr Angebot setzt sich deshalb folgendermaßen zusammen:

  • Inhalt
  • Legitimation
  • zu erwartende Gegenleistung

In Konfliktsituationen ist es immer entscheidend die richtigen Worte zu finden. Lassen Sie sich von dem Begriff „Drohung“ nicht einschüchtern. Es geht darum, klare Konsequenzen aufzuzeigen und hat nichts mit Lautstärke, Macht missbrauchen oder sonstigem zu tun. Sie können ohne weiteres das ganze Gespräch in einem ruhigen und bestimmten Ton führen.

Sie haben Fragen zum konkreten Vorgehen in einem Konflikt mit einer Gruppe? Dann hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar.

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