Mitarbeitergespräche: Richtig positives Feedback geben

Mitarbeitergespräch: Richtig positives Feedback geben

Mitarbeitergespräche: Richtig positives Feedback geben 

Sie wollen Ihren Mitarbeitern mehr positives Feedback geben, Ihnen Anerkennung zollen und sie auf diese Art motivieren? Doch Sie wissen nicht genau wie Sie es geschickt anstellen sollen? Ihre bisherigen Versuche haben nicht so gefruchtet wie Sie es gerne gehabt hätten? Dann probieren Sie diese Herangehensweise!

Ein typischer Dialog in meinen Seminaren: 

Ich: „Was motiviert Ihre Mitarbeiter?“

Teilnehmer: „Ein Lob.“

Ich: „Wie häufig geben Sie Ihren Mitarbeitern ein Lob?“

Teilnehmer: „Viel zu selten.“

Ich: „Wie häufig erhalten Sie ein Lob von Ihrem Vorgesetzten?“

Teilnehmer: „Zu selten.“

 

Das ist schade! Übrigens finde ich den Begriff „Lob“ sehr altbacken, nicht mehr zeitgemäß und irgendwie hört sich das für mich so übertrieben an. Ich bevorzuge die Alternative „Anerkennung“ und ein Lob geben heißt für mich ein positives Feedback-Gespräch führen. Geltung und Anerkennung sind zwei der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen. Als Vorgesetzte haben Sie hier eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit Ihr Team zu Höchstleistungen anzuspornen.

Warum bekommen unsere Mitarbeiter so selten positives Feedback? 

Auf der einen Seite wissen Sie, dass ein Lob Ihre Mitarbeiter motiviert und zu guter Leistung anspornt, auf der anderen Seite geben Sie viel zu selten ein Lob. Wie kommt das?

Kann es an einer dieser Situationen liegen?

1. Sie wachsen in Ihre Vorgesetztenrolle hinein, ohne es „gelernt“ zu haben. Sie übernehmen vieles so, wie Sie es selbst erfahren haben. Und da Sie selten ein Lob erhalten, geben Sie es auch zu selten weiter. Der Spruch „Nichts gesagt ist gelobt genug.“ ist auch heute noch im Gebrauch.

2. Sie wissen nicht, wie Sie ein Lob richtig aussprechen. Aus der Unsicherheit heraus wird es dann häufig entweder zu überschwänglich oder mal so nebenher gemacht. Und beide Vorgehensweisen fühlen sich nicht gut an.

3. Viele Menschen können keine Komplimente annehmen oder sind peinlich berührt, wenn sie eins erhalten. Sprechen Sie Ihrem Gegenüber ein Lob aus und er/sie wehrt es bescheiden ab, dann empfinden Sie die ganze Situation als unangenehm. Und unangenehme Situationen vermeiden Sie gerne.

Fakt ist, das ein Lob Ihre Mitarbeiter, Ihr Team weiterbringt. Es festigt richtiges Verhalten und fördert die Motivation. Die besten Aufhänger für ein positives Feedback-Gespräch liefern Ihnen richtig formulierte Anweisungen (mehr dazu hier). Damit Sie zukünftig von gut geführten positiven Feedback-Gesprächen profitieren können, zeige ich Ihnen hier, wie Sie es richtig machen.

So schon mal nicht: 5 Fehler die beim positiven Feedback-Gespräch häufig gemacht werden 

1. Sie geben die Anerkennung zwischen Tür und Angel. 

Sie haben sicher schon gehört, dass negatives Feedback immer unter vier Augen besprochen werden sollte. Das führt oft zu dem Fehler, dass positive Rückmeldungen zwischen Tür und Angel geben werden, und für die negativen Rückmeldungen die Mitarbeiter in ein Büro bestellt werden. So werden die positiven Rückmeldungen als solches nicht richtig wahrgenommen und sobald Sie einen Mitarbeiter in Ihr Büro bestellen, zieht dieser die Schultern ein und denkt sich: „Oh, welchen Fehler habe ich denn jetzt wieder gemacht?“. Geben Sie immer positives und negatives Feedback im gleichen Rahmen.

2. Sie geben die Anerkennung nicht aufrichtig und angemessen, sondern übertrieben 

Aus der Unsicherheit heraus, wie Sie es richtig anstellen, übertreiben Sie Ihre Anerkennung: „Das hast Du richtig, richtig toll / supi / genial gemacht – ich bin stolz auf Dich.“ Das ist zu viel des Guten und Ihr Mitarbeiter kommt sich schnell veralbert vor. Damit nehmen Sie dem positiven Feedback die Wirkung. Koppeln Sie die Anerkennung lieber an eine konkrete Sache / Aufgabe / Verhalten.

3. Sie beschreiben die beobachtete Verbesserung nicht konkret und detailliert 

Dadurch verschwimmt die Anerkennung. Wenn Sie allgemeine Aussagen treffen wie: „Sie haben heute eine tolle Leistung hingelegt.“ weiß Ihr Mitarbeiter das nicht richtig einzuschätzen. Schließlich gelingt es Ihnen selten, den ganzen Tag mit Ihrem Mitarbeiter zu verbringen – also wie sollten Sie den ganzen Tag beurteilen können?

4. Sie benutzen das Gespräch als Einstieg in andere Themen 

„Bevor wir über die neue Arbeitsanweisung sprechen möchte ich Dir sagen, dass ich mit Deiner bisherigen Leistung zufrieden bin.“ Dadurch reduzieren Sie die Wertigkeit der Anerkennung. Wenn Sie jetzt nur noch über die neuen Aufgaben sprechen, verschwindet die Anerkennung ganz in der Versenkung. Das zuletzt besprochene bleibt mehr im Gedächtnis und überlagert den positiven Einstieg. Führen Sie die Feedback-Gespräche nur zu einer bestimmten positiven Sache.

5. Sie missbrauchen das Gespräch dazu, vom Mitarbeiter zusätzliche Verbesserungen zu verlangen 

Häufig wird eine positive Anerkennung als Einleitung für eine Kritik / Korrektur genutzt. „Die Bearbeitung der Aufgabe x ist Ihnen gut gelungen und wenn Sie jetzt noch bei y einen Zahn zulegen, dann sind Sie richtig gut!“ Was glauben Sie, was bleibt bei Ihrem Mitarbeiter im Gedächtnis hängen? Genau – die Kritik.

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So bauen Sie das positive Feedback-Gespräch auf: 

Beginnen Sie positiv 

Schließlich wollen Sie den Mitarbeiter nicht gleich verscheuchen. An dieser Stelle reicht ein Satz wie zum Beispiel: „Schön, dass wir Zeit haben miteinander zu sprechen.“ oder „Danke, dass Sie zu unserem Gespräch gekommen sind.“

Sagen Sie konkret, was gut ist 

Vermeiden Sie globale Aussagen wie: „Du hast Deine Arbeitsweise richtig toll verbessert.“ Beziehen Sie sich auf eine Anweisung, eine Zielvereinbarung oder eine delegierte Aufgabe. „Wir haben letzte Woche darüber gesprochen, dass Du Deine Ablage zeitnah und korrekt erledigen sollst. Ich habe mir Dein Vorgehen die letzten Tage angeschaut und bin begeistert, wie ordentlich und korrekt Du das erledigst.“

Beschreiben Sie konkret die positiven Auswirkungen 

Benennen Sie die positiven Folgen, die durch die Erfüllung der Aufgabe erreicht wurden. „Durch deine zeitnahe und ordentliche Ablage war es Deinen Kollegen jederzeit möglich, auf Deine Vorgänge zuzugreifen, wenn Du nicht da warst.“

Wecken Sie das Mitteilungsbedürfnis des Mitarbeiters 

Zu Recht sind Mitarbeiter stolz auf ihre Leistung, fragen Sie: „Wie haben Sie dies geschafft? / Wie ist Ihnen das gelungen?“ Unterbrechen Sie nicht, werfen Sie keine eigenen Erfahrungen mit ein. Hören Sie interessiert zu.

Bieten Sie zusätzliche Hilfe an 

Bleiben Sie in dem bereits angesprochenen Leistungsbereich und fragen Sie: „Was kann Sie bei Ihrer Arbeit noch unterstützen?“

Nennt der Mitarbeiter Unterstützungsmaßnahmen 

Sagen Sie konkret, wie Sie diese umsetzen und was Sie tun werden. Und tun Sie es dann auch.
VORSICHT: Versprochen ist versprochen und wird niemals gebrochen!

Enden Sie positiv 

Schließlich möchten Sie motivieren!!!
Bedanken Sie sich für das Gespräch und stärken Sie noch einmal das Selbstwertgefühl des Mitarbeiters. „Vielen Dank für Ihren Einsatz, ich bin mir sicher, dass Sie Ihre Ablage im Griff behalten.“

Sie sehen, mit ein bisschen Vorbereitung gelingt es Ihnen zukünftig mit Leichtigkeit, positive Feedback-Gespräche zu führen.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg! 

Sie haben Fragen oder Anregungen? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar unter dem Beitrag oder schreiben Sie mir: hallo@kirsch-komm.de.

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