Zielkonflikte: DIE ENTSCHEIDUNG TREFFEN SIE!

8 Tipps zum Umgang mit Zielkonflikten

8 Tipps zum Umgang mit Zielkonflikten

Als Führungskraft sind Sie öfter mit Zielkonflikten konfrontiert. Die widersprüchlichen Anforderungen von zwei Seiten bringen Sie in eine Zwickmühle. Diese Tipps helfen Ihnen im Umgang mit Zielkonflikten.
Ich stelle Ihnen hier ein paar typische Beispiele für Zielkonflikte vor, wie ich Sie als Führungskraft selbst erlebt habe. Sicher kennen Sie ähnliche Situationen. Bilderbuchlösungen wird es hier nicht geben, aber Möglichkeiten, sich ihnen zu nähern.
Eines ist bei Zielkonflikten sicher: DIE ENTSCHEIDUNG TREFFEN SIE! 

Mitarbeiterorientierung gegen Leistungsorientierung

Der Vorgesetzte will mehr Leistung. Die Mitarbeiter wollen mehr Freizeit. Sie
sitzen dazwischen.

Wenn im Frühjahr im Gartenbaumarkt Hochsaison ist, erwarten die Vorgesetzten / die Unternehmen zu dieser Zeit, dass Mitarbeiter Überstunden leisten. Im Regelfall werden diese entweder zu Jahresbeginn oder im Spätjahr wieder abgebaut. Dennoch ist es für Ihre Mitarbeiter nicht immer zu verstehen, dass sie auf ihre geregelten Arbeitszeiten verzichten sollen und gerade im Frühjahr weniger Freizeit haben. Kündigen Sie die Hochsaison jedes Jahr aufs Neue an und geben Sie für diese Zeit eine Urlaubssperre bekannt. Erstellen Sie frühzeitig die Einsatzpläne zusammen mit Ihrem Team.

Kontrolle gegen Vertrauen 

Mitarbeitern soll Vertrauen entgegengesetzt werden. Doch wie heißt der schöne Spruch:
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Wo liegt nun das richtige Maß?

Viel Spannung birgt bereits das Wort „Kontrolle“ – es ist für viele Menschen negativ belegt. Niemand möchte gerne kontrolliert werden und keiner möchte jemanden kontrollieren. Genau betrachtet ist das Wort aus dem Englischen übernommen und heißt im Ursprung „to control“, also „steuern“. Übersetzen Sie für sich die Kontrolle mit steuern und nehmen Sie so dem harten Wortlaut den Wind aus den Segeln. Kontrollieren Sie offen, so dass Ihr Mitarbeiter es mitbekommt und geben Sie jedes Mal zeitnah eine Rückmeldung über Ihre kontrollierten Ergebnisse. Das zeigt Ihrem Mitarbeiter, dass Sie Interesse haben an dem was er tut. Und Sie können so bei möglichen Fehlern gegensteuern und die Arbeit wieder auf Erfolgskurs bringen. So kommen Sie Ihren Führungsaufgaben nach, vertrauen Ihren Mitarbeitern und steuern Ihre Abteilung.

Autoritäres gegen partnerschaftliches Führen 

Wann sollten Entscheidungen im Team besprochen werden? Welche muss die Führungskraft
alleine fällen?

Klären Sie zuerst für sich, ob Sie vor einer Entscheidung stehen, bei der Sie Ihrem Team ein Mitspracherecht einräumen möchten. Wenn nicht, entscheiden Sie und informieren dann die Betroffenen.

Ihnen ist eine Teamentscheidung wichtig? Dann diskutieren Sie mit Ihren Mitarbeitern die möglichen Alternativen und kommen zu einem gemeinsamen Ergebnis. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass das Teamergebnis nicht immer mit Ihrem Wunschergebnis übereinstimmt. Respektieren Sie das Teamergebnis und vermeiden Sie das Beharren auf Ihrer Wunschlösung. Das führt die Teamentscheidung ad absurdum und Sie ersparen sich viel Zeit und Gerede, indem Sie zukünftig direkt selbst entscheiden.

Schnelligkeit gegen Qualität

Das alte Problem: Bei der Erhöhung der Geschwindigkeit bleibt die Qualität auf der Strecke.

Eine der schwierigsten Situationen, finde ich. Die Rückmeldung meiner Mitarbeiter: „Wie soll ich es denn jetzt machen? Lieber eine gutes oder ein schnelles Ergebnis?“ fand ich schwierig zu beantworten. (Und bietet Ihrem Team eine hervorragende Ausrede an.) Es ist eine Gratwanderung, hier den richtigen Weg und die richtige Anweisung zu geben. Ein gesundes Mittelmaß ist hier das richtige. Wichtig ist, dass Sie klare Vorgaben geben was Zeit und Qualität angeht. Sobald Sie Ihre Erwartungen klar formulieren, haben Sie auch einen Soll-Wert für beide Faktoren. Daran sind die Ergebnisse Ihrer Mitarbeiter gut messbar.

Mitarbeiter- gegen Kundenorientierung 

Sowohl die Mitarbeiter- als auch die Kundenzufriedenheit ist wichtig. Aber wer von beiden hat im Einzelfall Priorität?

In meinem Team war ich hier früher sehr schnell mit durch. Der Kunde zahlt unsere Gehälter, also hatte er die Priorität. Achtung – das hieß nicht, der Kunde hatte automatisch Recht! Doch im Dienstleistungssektor geht viel über die Kundenzufriedenheit.

Ein Kunde beschwerte sich über mangelnden Service und erwartete eine Preisreduktion. Mein Mitarbeiter hielt die Beschwerde für nicht gerechtfertigt und verwehrte den Preisnachlass. Das Gespräch eskalierte und es wurde nach einem Vorgesetzten verlangt. Ich kam zur Situation dazu und bewilligte die Preisreduktion. Kunde ist zufrieden, Mitarbeiter sauer: „Wie stehe ich
denn jetzt vor dem Kunden da?“ Das ist nicht schön. Bitte achten Sie im Beisein des Mitarbeiters darauf, dem Kunden die Preisreduktion gut zu erklären.  „Mein Mitarbeiter hat richtig gehandelt, er ist in diesem Falle nicht berechtigt eine Preisreduktion durchzuführen. Ausnahmsweise genehmige ich Ihnen diese, damit Sie unser Geschäft zufrieden verlassen.“ So lassen Sie Ihren Mitarbeiter nicht als inkompetent vor dem Kunden erscheinen.

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Zielkonflikte-die Entscheidung treffen Sie!

8 Tipps zum Bewältigen von Zielkonflikten

Gelassen bleiben:

Bitte verdeutlichen Sie sich, dass Zielkonflikte normal sind. Es liegt in der Natur der Sache das Unternehmen und Mitarbeiter ab und an unterschiedliche Ziele haben. Keinesfalls resultieren sie aus persönlichem Versagen heraus.

Abwägen: 

Unterschiedliche Ziele schließen sich häufig nicht so radikal aus wie es auf den ersten Blick scheint. Es geht nicht um ein Entweder – oder, sondern um ein Sowohl-als-auch.
Ruft das Unternehmen z.B. eine Initiative zur Mitarbeiterzufriedenheit aus, heißt das nicht, dass der Kunde unwichtig ist.

Situativ entscheiden: 

Bei Führung geht es nicht darum, streng irgendwelche Leitlinien zu befolgen. Stattdessen entscheiden Sie von Situation zu Situation, welches Verhalten zum
Erfolg führt. Sicher ist mal Vertrauen, mal Kontrolle angebracht.

Nach Alternativen suchen:

Meist gibt es für eine zunächst verfahrende Situation mehr Lösungsmöglichkeiten, als Sie denken. Will der Chef mehr Leistung, die Mitarbeiter aber mehr Freizeit, hilft vielleicht ein neues Arbeitszeitmodell oder eine bessere Organisation.

Sich Konflikten stellen: 

Seien Sie sich sicher, Sie können es nicht allen recht machen. Kritik (Korrektur) und Kontrolle (Steuern) gehören zu ihrem Alltag. Werden Konflikte verdrängt, spitzen sie sich unnötig zu.

Sich austauschen:

Alleine bleibt Ihnen häufig der Blick auf neue Lösungen versperrt und es ist schwierig, die Situation realistisch einzuschätzen. Suchen Sie sich Vertrauenspersonen, mit denen Sie schwierige Situationen besprechen können.

Mut zum eigenen Weg:

Sie können sich nicht nur nach den Anforderungen richten, die auf Sie einprasseln. Sie müssen einen eigenen Weg finden und diesen vertreten.

Entscheidungen treffen:

In den wenigsten Fällen gibt es Bilderbuchlösungen. Dennoch müssen Sie eine Entscheidung treffen. Fehler lassen sich dabei nicht ausschließen.


Sie haben Fragen oder Anregungen? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar unter dem Beitrag oder schreiben Sie mir: hallo@kirsch-komm.de.

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